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Die Frühlingsernte 2018 - ein Trauerspiel

Also fangen wir mit der guten Nachricht an: so wie’s schmeckt, haben wir heuer einen phänomenalen Blütenhonig! Die weniger gute Nachricht: es gibt fast nichts davon.

So sieht es also aus. Nach diesem harten, vor allem sehr späten Winter, war der April zwar ein Traum, doch der Mai brachte unserer Region in erster Linie eines, nämlich Regen. Ich schätze, ich könnte jene Maitage, an denen es nicht mindestens einmal irgendwann geregnet hat, an einer Hand abzählen. Dazu kamen mehrere Starkregenereignisse, die im Bezirk Leibnitz zu großen Überschwemmungen geführt haben. Natürlich haben wir am Osterberg auf 800m wenig Hochwasserprobleme, doch wird bei so viel Regen der ganze Blütennektar ausgespült. Obwohl es meist warm genug war, dass die Bienen zumindest ab und zu am Tag ausfliegen konnten, fanden sie jedoch kaum Nektar. Die Folge: Beinahe alle der prächtigen Waben, die die Bienen im April mit Honig vollgelagert hatten, wurden von ihnen selbst aufgefressen!

Überschwemmungen Leibnitz Mai 2018
Nein, das ist kein romantisches Seefoto! Ich stehe hier vor einem Maisfeld bei uns in der Nähe, nach den Überschwemmungen im Raum Leibnitz im Mai 2018.

Genau solche Ereignisse sind der Grund, warum wir als Bioimker nicht zu früh ernten und unseren Bienen niemals den ganzen Honig wegnehmen. „Normal“ wäre, jede volle, verdeckelte Honigwabe zu entnehmen und im Zweifelsfall mit Zuckerwasser zwischen zu füttern. Das wollen wir aber nicht. Was in Jahren wie diesen bedeutet, dass wir vom Osterberg gar keinen und vom Eichberg kaum ein Fass voll Frühjahrshonig ernten konnten.

Wir hatten noch nie so viele Völker und noch nie so wenig Ertrag bei der Frühjahrsernte. Das ist hart, aber wir blicken positiv in das restliche Bienenjahr. Denn wir erwarten in den nächsten 4 Wochen eine wundervolle, hoffentlich nicht verregnete Edelkastanienblüte. Und danach kommt dann die Waldhonigflut, denn viel Wasser bedeutet auch jede Menge Waldhonig!

 

Also bleibt nur: unseren (hoffentlich) Blütenhonig genießen & auf sonnigere Zeiten warten 😉

 

14.6.2018, by Helene Polak

Wir nutzen ein sonniges Wochenende zur Frühlingsernte 2018.
Wir hatten wahrlich schon bessere Honigernten.
Vorsichtig werden die Bienen mit einem speziellen Bienenbesen von den Honigwaben abgekehrt.
Eine reife Honigwabe. Die Bienen haben die Honigzellen mit einer Wachsschicht verdeckelt – so kann der Honig kein Wasser anziehen.
Der Honig kann nur dann aus den Waben geschleudert werden, wenn die Wachsdeckel entfernt wurden. Wir machen dies im ersten Schritt mit einem Entdeckelugsmesser.
Wo das Entdeckelugsmesser nicht hinkommt, muss mit einer sogenannten Entdeckelungsgabel nachgearbeitet werden.

Vorsichtig werden die Bienen mit einem speziellen Bienenbesen von den Honigwaben abgekehrt. Hier bei unserem Bienenstand am Eichberg, in der Südsteiermark (Österreich).

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